MR. BRAINWASH ist der Spitzname des Street-Pop-Art-Künstlers Thierry Guetta. Der gebürtige Franzose, der in Los Angeles lebt, geht mit seiner Kunst, die er sowohl auf der Straße als auch in Kunstgalerien und auf dem Bildschirm präsentiert, seit beinahe einem Jahrzehnt an die Grenze der Popkultur.

Bewaffnet mit Weizenpaste, Sprühdosen, Pinseln und Farbeimern begann Mr. Brainwash 2006 mit Stencils und Postern seiner geliebten Ikonen, angefangen von Billie Holiday bis John Lennon, die Straßen zu erobern. In Paris und Los Angeles wurde die Öffentlichkeit schnell auf die Arbeit des Künstlers aufmerksam.
So konnte Mr. Brainwash sich schon bald von seinem Underground-Image lösen und zu einer bekannten Persönlichkeit in der aufkeimenden Street-Art-Szene werden.

„Life is Beautiful“, wurde im Sommer 2008 eröffnet. Der Ausstellungsort, ein ehemaliges Fernsehstudio in Hollywood, stellte den perfekten Startpunkt für die Karriere des wilden neuen Künstlers der Szene dar.
Die Ausstellung wurde so sehnsüchtig erwartet, dass sie es sogar auf das Cover von LA Weekly schaffte, einer der auflagenstärksten Zeitschriften der Stadt. Die Eröffnung von „Life is Beautiful“ erregte immenses Aufsehen und lockte tausende von Besuchern an, die um den ganzen Häuserblock Schlange standen.
Die Ausstellung war mit ihrem fast 6 Meter großen Roboter, einer Pyramide aus 20.000 Büchern und einer Neuinterpretation von Edward Hoppers „Nighthawks“ in Lebensgröße ein äußerst erfolgreiches Debüt.
„Life is Beautiful“ wurde um drei Monate verlängert, lockte insgesamt 50.000 Besucher an und wurde so zu einer der denkwürdigsten Einzelausstellungen in der Kunstgeschichte von LA. Dies war allerdings erst der Anfang.

Mr. Brainwashs unvergleichlicher Stil erregte schon bald die Aufmerksamkeit von Kritikern der Bildenden Künste, aber auch die von Journalisten und Berühmtheiten. Als Madonna 2009 ihr Greatest-Hits-Album „Celebration“ herausbrachte, bat sie Mr. Brainwash, das Cover zu gestalten. Er schuf insgesamt 15 verschiedene Cover-Versionen, darunter Covers für die allgemeine Veröffentlichung, für Singles, DVDs sowie für die Vinyl-Sonderausgabe. Nicht nur, dass Mr. Brainwash die Popkultur kommentierte, er war selbst ein Teil davon geworden.

New York war die nächste Etappe. 2010 zog Mr. Brainwash mit „Icons“, seiner ersten Einzelausstellung in New York, in den Meatpacking District ein. Diese Ausstellung war mit ihren auf mehrere Stockwerke eines Warenhauses verteilten 1.400 Quadratmetern größer als jemals zuvor. Im unteren Geschoss wurden Mr. Brainwashs eindrucksvolle Portraits von Musiklegenden ausgestellt, die der Künstler aus Teilen von zerbrochenen Schallplatten geschaffen hatte. Außerdem waren ein ca. drei Meter hoher Ghettoblaster und ein lebensgroßes New Yorker Taxi in der Verpackung eines Matchbox-Spielzeugautos Teil der Ausstellung. Ursprünglich war für „Icons“ eine Laufzeit von drei Monaten geplant gewesen. Diese wurde jedoch aufgrund der hohen Nachfrage um weitere sechs Monate verlängert. Die Ausstellung erhielt hierfür den Titel „Icons Remixed“ und wurde um neue Installationen ergänzt.

Mr. Brainwash hatte nun die Schlagkraft seiner Einzelausstellungen an beiden Küsten Amerikas unter Beweis gestellt. Renommierte Auktionsfirmen und Sammler, darunter Christie's und Phillips de Pury, bestätigten seinen Erfolg, indem sie seine Werke bei vielbeachteten Auktionen zeigten.

Mr. Brainwash machte sich dann auf den Weg zu einer der weltweit anerkanntesten Kunstausstellungen, der Art Basel in Miami. Ohne dies vorher anzukündigen, eröffnete der Künstler in einem Gebäude in South Beach mit einer Ausstellungsfläche von gut 2.300 Quadratmetern eine farbenfrohe Pop-Up-Ausstellung mit dem Titel „Under Construction“. Die Ausstellung war im typischen Stil von Mr. Brainwash gehalten, verspielt und optimistisch, nahm jedoch gewaltige Ausmaße an. Nach ihrer Eröffnung erregte „Under Construction“ sofort enormes Aufsehen und wurde zu einem Must-See auf der Art Basel.

Mr. Brainwash stellte seine Werke auch weiterhin auf der ganzen Welt aus, wobei er sein kanadisches Debüt 2011 auf dem Toronto International Film Festival feierte. Die Installationen des Künstlers tauchten überall in der Stadt auf. Sie umfassten seine unverkennbaren 2,4 Meter hohen Sprühdosen-Skulpturen, von denen jede mit dem Motiv eines bestimmten Filmgenres versehen war, sowie lebensgroße Aufstellfiguren kanadischer Mounties, die mit Galgenmikrofonen und Kameras „bewaffnet“ waren. Außerdem handelte es sich bei der gesamten Street-Art zur Bewerbung der „Grace-Kelly“-Ausstellung von TIFF mit dem Titel „Movie star to Princess“ um Werke von Mr. Brainwash. Wo auch immer der Künstler auftauchte, überall gelang es ihm, eine Konversation zwischen seiner Pop-Art und der Stadt zu schaffen, für die er diese schuf.

2011 kehrte Mr. Brainwash mit seiner neuen Ausstellung „Untitled“ zur Art Basel in Miami zurück. In demselben Gebäude in South Beach, in dem seine letzte Ausstellung stattgefunden hatte, schuf er eine lebhafte Welt aus Glasfaserskulpturen und Mixed-Media-Leinwänden. Diese Ausstellung, die ebenfalls ein voller Erfolg war, zog große Sammler, Kunstgalerien aus der ganzen Welt sowie Berühmtheiten in ihren Bann und machte Mr. Brainwash somit zu einem der beliebtesten und bedeutendsten Künstlern der heutigen Zeit.

Gegen Ende des Jahres 2011 kehrte Mr. Brainwash an den Ort seiner ersten Einzelausstellung zurück, der Art Show in Los Angeles. Mit einer Fläche von gut 7.400 Quadratmetern in einem Gebäude im Zentrum der Stadt stellte diese Ausstellung die bisher größte des Künstlers dar. Jeden Tag zog dieses wahre Ausstellungsmonster, das Los Angeles als Mittelpunkt der Popkultur zum Thema hatte, Tausende von Besuchern an.
Künstler konnten die Ausstellung außerdem nicht nur besuchen, sondern hatten auch die Gelegenheit, Teil davon zu werden. Mr. Brainwash stellte über 1.900 Quadratmeter als Ausstellungsfläche für gespendete Werke aus der ganzen Welt zur Verfügung. Künstler wurden dazu aufgefordert, ihre Werke einzusenden oder selbst vor Ort aufzubauen.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2012, als die ganze Welt ihre Aufmerksamkeit auf London richtete, hatte Mr. Brainwash seinen ersten großen Erfolg im Vereinigten Königreich. Der Künstler schmückte das Old Sorting Post Office, ein Kunstzentrum mit gigantischen Ausmaßen, das sich nur ein paar Schritte vom British Museum entfernt befindet. Seine Liebe zu den Ikonen der britischen Popkultur wurde mehr als offensichtlich, als Mr. Brainwash die Fassade des Kunstzentrums mit einer sechs Stockwerke hohen Elisabeth II. in ihrem Krönungsornat und mit einer Union-Jack-Sprühdose in der Hand verzierte.

Bei der Ausstellung handelte es sich um eine Retrospektive und eine Neuinterpretation der klassischen Werke des Künstlers, die mittlerweile Kultstatus erlangt hatten. Große Menschenmengen füllten jeden Tag die gigantische Ausstellungsfläche. Es wurde die bis zum heutigen Tag meistbesuchte Ausstellung von Mr. Brainwash.

Seit 2013 gehört Mr. Brainwash zu den weltweit meist gefragten Künstlern. Er experimentiert weiterhin mit Popkultur und hat unter anderem das Dekor für die exklusive Oscar-Party von Seth McFarlane entworfen. Der Künstler schmückte die Partyräumlichkeiten mit seinen Neuinterpretationen von Rockwell, Botero und Degas sowie mit verspielten, großformatigen Skulpturen aus. Außerdem konnte er eine triumphierende Rückkehr zur Art Basel feiern. Er inszenierte eine Übernahme durch die Pop-Art, indem er an der Fassade des Gale South Beach in der Collins Avenue, einem Hotel in der Straße mit dem größten Kultstatus in Miami,großformatige Ölgemälde und Skulpturen anbringen ließ, darunter eine drei Stockwerke hohe Mona Lisa mit Irokesenschnitt.

Brainwash ist jedoch nicht nur in der Kunst- und Filmszene, sondern auch in der Musikbranche ein bekannter Name. Er war künstlerisch an den Albumkampagnen einiger der einflussreichsten Künstler der Welt beteiligt: den Red Hot Chili Peppers, The Black Keys und kürzlich erst Rick Ross, um nur ein paar zu nennen. 2013 nahm Mr. Brainwash in Zusammenarbeit mit dem Hard Rock Hotel Angriff auf das Zentrum der Musikbranche: das Coachella. Er schmückte das Gelände dieses Festivals mit gewaltigen Wandgemälden, wodurch er diesem ein zusätzliches Überraschungselement verlieh und seine bereits sehr enge Beziehung zur Musikbranche weiter festigte.
Madonna wandte sich daraufhin mit der Bitte um eine erneute Zusammenarbeit an den Künstler, wobei es diesmal um ihr Fitnesscenter, das Hard Candy Fitness in Toronto, ging. Bei der Eröffnung dieses Fitnesscenters konnten Besucher der Schaffung eines 3,4 x 9,1 m großen Madonna-Wandgemäldes durch Mr. Brainwash live beiwohnen.

2010 kam Exit Through the Gift Shop heraus, bei dem es sich um einen der seit Jahren meistdiskutierten Dokumentarfilme handelt. Der Streifen, bei dem der Street-Art-Künstler Banksy Regie führte und der von Mr. Brainwash selbst gedrehtes Filmmaterial enthält, beschäftigt sich mit der Entwicklung der Street-Art, wobei Mr. Brainwash stets im Mittelpunkt steht. Der Film wurde für den Oskar nominiert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den „Independent Spirit Award“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“. Der Erfolg von Exit Through the Gift Shop brachte Mr. Brainwash weltweiten Ruhm ein und unterstützte den Künstler darin, Pop-Art für jeden zugänglich zu machen.

Der Film wurde nicht nur über Nacht zum Kultklassiker, sondern wird auch als einer der besten Filme aus dem Jahre 2010 angesehen. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen und wurde für den ACADEMY AWARD® nominiert.

Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, Independent Spirit Awards 2011 Gewinner „Bester Non-Fiction-Film“, Cinema Eye Awards 2011
Gewinner „Bester bearbeiteter Dokumentarfilm“, American Cinema Editors Awards 2011
Gewinner „Unterhaltsamster Dokumentarfilm“, Grierson British Documentary Award 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, Washington DC Area Film Critics Award 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, New York Film Critics Online Award 2010
Gewinner „Bester Debütfilm“, Toronto Film Critics Award 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, Chicago Film Critics Association Awards 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, Austin Film Critics Association Awards 2010
Gewinner „Bester Debütfilm“, LA Weekly/Village Voice Filmkritikerumfrage 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, LA Weekly/Village Voice Filmkritikerumfrage 2010
Gewinner „Bester Dokumentarfilm“, San Diego Film Critics Award